Der Geist des Kapitalismus

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Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus

Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus ist ein Werk von Max Weber, das zuerst in Form eines zweiteiligen Aufsatzes im November 1904 und Frühjahr 1905 im Archiv für Sozialwissenschaften und Sozialpolitik, Bd. XX und XXI erschien, und das 1920 in überarbeiteter Fassung veröffentlicht wurde. Es zählt neben Webers Schrift Wirtschaft und Gesellschaft zu seinen international wichtigsten Beiträgen zur Soziologie und ist ein grundlegendes Werk der Religionssoziologie. Zwischen der protestantischen Ethik und dem Beginn der Industrialisierung bzw. des Kapitalismus in Westeuropa besteht nach diesem Werk ein enger Zusammenhang. Die Kompatibilität („Wahlverwandtschaften“) der Ethik oder religiösen Weltanschauung der Protestanten, insbesondere der Calvinisten, und dem kapitalistischen Prinzip der Akkumulation von Kapital und Reinvestition von Gewinnen waren ein idealer Hintergrund für die Industrialisierung.

Bevor Weber mit der Protestantischen Ethik begann, war „das wiederkehrende Motiv die Frage nach den Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen des Kapitalismus, dessen revolutionierende Kraft Max Weber in allen bisher behandelten Arbeiten unter immer neuen Aspekten erforschte.“ Dirk Kaesler stellt die These auf, dass insbesondere

  • Werner Sombart mit seinem zweibändigen Werk „Der moderne Kapitalismus“ (1902) über die Wirkungen des Calvinismus und des Quäkertums auf die Entwicklung des Kapitalismus sowie
  • eine bereits seit Jahren laufende deutsche Diskussion über die Zusammenhänge zwischen religiösen und ökonomischen Entwicklungen

Max Weber zu seinem Werk angeregt haben. Ausgangspunkt war „eine empirische Studie seines Schülers Martin Offenbacher.“ Luc Boltanski und Ève Chiapello glauben, dass „der Begriff Geist des Kapitalismus zum ersten Mal von W. Sombart in der ersten Ausgabe seines Modernen Kapitalismus“ eingeführt worden sei.

Weber schrieb die Protestantische Ethik vor und nach seiner Reise in die USA. Er erhielt diese Einladung von Hugo Münsterberg und reiste von August bis Dezember 1904 mit seiner Frau und Ernst Troeltsch unter anderem zu einem wissenschaftlichen Weltkongreß anlässlich der Weltausstellung in St. Louis. Zu den Eindrücken, die er hier „gewann, gehörten insbesondere die protestantischen Sekten, die Organisation der politischen „Maschinerie“, die Bürokratisierung in den USA, die Präsidentschaft und die amerikanische politische Struktur überhaupt.“


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